Ein Bericht von Janina Lauble, 1. Ausbildungsjahr zur Kfz-Mechatronikerin
Vor meinem Auslandspraktikum wurde ich durch meine Berufsschule auf die Möglichkeit aufmerksam. Im ersten Lehrjahr stellte ein Lehrer das Erasmus+-Programm während des Unterrichts vor. Die Idee, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren und dabei neue berufliche sowie persönliche Erfahrungen zu sammeln, hat mich sofort interessiert. Die Organisation des Praktikums erfolgte durch die Handwerkskammer in Deutschland sowie durch die Organisation Incoma Intermobility in Spanien. Beide Einrichtungen begleiteten uns während der gesamten Vorbereitung und Durchführung des Auslandsaufenthaltes mit regelmäßigen Informations- und Vorbereitungstreffen.
Mein Auslandspraktikum absolvierte ich in der spanischen Stadt Sevilla. Gemeinsam mit drei weiteren Teilnehmern reiste ich nach Spanien. Unsere Gruppe bestand aus einer Friseurin, zwei Elektrikern und mir als Kfz-Mechatronikerin. Obwohl wir unterschiedliche Berufe hatten, haben wir uns sehr gut verstanden und während unseres Aufenthalts viel gemeinsam unternommen.
Untergebracht waren wir in einem modernen Studentenwohnheim. Jeder von uns hatte ein eigenes kleines Apartment mit Küche, Bad, Bett und Balkon. Darüber hinaus verfügte die Unterkunft über zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie einen Pool, ein Fitnessstudio, ein Café und sogar einen Kinoraum. Durch das Erasmus+-Programm erhielten wir außerdem eine Busfahrkarte, wodurch wir in der Stadt sehr mobil waren und viele Orte problemlos erreichen konnten.
Mein Praktikumsbetrieb war die Motorrad- und Rollerwerkstatt Dr. Motos in Sevilla. Dort arbeitete ich mit meinem Chef Pepe sowie meinem Kollegen José zusammen. Da ich in Deutschland die Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin absolviere, konnte ich in der kleinen Roller-Werkstatt viele neue Erfahrungen im Bereich der Zweiräder sammeln. Besonders interessant war für mich, dass die Werkstatt deutlich kleiner war als viele Kfz-Betriebe in Deutschland und die Arbeiten dadurch sehr abwechslungsreich waren.
Zu meinen täglichen Aufgaben gehörten unter anderem das Auseinanderbauen und später der Einbau von Motoren in Vespas, sowie das Anschließen der Elektrik. Außerdem führte ich öfter Ölwechsel an sämtlichen Motorrädern durch. An verschiedenen Rollern wechselte ich Batterien und überprüfte die Lichtanlagen. Darüber hinaus kamen häufig Kunden mit platten Reifen, bei denen ich die Beschädigung finden und anschließend die Felge abschleifen sollte. Immer mal wieder gab es auch Probleme mit Elektronik. In diesem Fall wurde viel mit dem Multimeter gemessen und Leitungen wurden neu verlötet bzw. ausgetauscht. Durch diese Tätigkeiten konnte ich mein technisches Wissen erweitern und neue Arbeitsweisen kennenlernen.