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S&G Goldstadt Cup: Hochkarätig besetzter großer Preis – Michaels-Beerbaum auf Rang zwei – Lob für Veranstalter Gut gebrüllt, Calvados! Der neunjährige Schimmel-Hengst, der den Parcours gerne mit einem lautstarken Wiehern betritt, hat seinen Reiter Christian Ahlmann gestern zum Sieg beim Großen Preis getragen.
Rund 4000 Zuschauer sahen bei Sonnenschein eine packende Entscheidung beim Höhepunkt des Pforzheimer S&G Goldstadt Cups. So hochkarätig war der Große Preis selten besetzt. Und dass im Stechen mit Ahlmann, Meredith Michaels-Beerbaum, Marco Kutscher und Lars Nieberg vier deutsche Spitzenreiter vertreten waren, die zusammen schon unzählige Olympia-, WM- und EM- Medaillen geholt haben, gab der Sache die richtige Würze.
 Der Gewinner "Großer Preis der S&G Automobil AG" Christian Ahlmann auf Calvados, Reitsportlegende Hans Günter Winkler, Finanzchef der Veranstaltung Carl Fritz Bardusch und S&G Vorstand Wolfgang Ritz bei der Siegerehrung.
Pia-Luise Aufrecht (Affalterbach) eröffnetet das Stechen, für das sich acht Pferde mit fehlerfreien Umläufen qualifiziert hatten, mit einem Nullfehlerritt in 44,38 Sekunden. Marco Kutscher (Hörstel) setzte dann mit 42,17 Sekunden das erste Ausrufezeichen. Dann fegte Ahlmann auf seinem neunjährigen Hengst in fast schon beängstigender Geschwindigkeit durch den Parcours. Bei 38,04 Sekunden blieb die Uhr stehen. „Ich war früh dran. Und es war klar, dass es ein rasantes Stechen gibt. Da musste ich gut vorlegen“, so Ahlmann. Zittern musste er vor allem, als Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Checkmate in den Parcours ritt. Weinige Monate nach der Geburt von Töchterchen Brianne ist der dreifachen Weltcupsiegerin schon wieder alles zuzutrauen. Sie war dann auch die einzige, die außer Ahlmann die 39-Sekunden-Marke unterbot. Zum Sieg fehlten ihr 61 Hundertstel. Dritte wurde mit Anna-Maria Jakobs (Diemelstadt) auf Georgenhofs Lausejunge eine weitere Amazone.
Trösten durfte sich Michaels-Beerbaum mit 13 000 Euro Geldprämie, nachdem sie zuvor schon im Preis der Schmuckwelten als Zweite auf Shutterfly 4000 Euro eingestrichen hatte. Das große Los aber hatte Ahlmann gezogen, der als Preis eine B-Klasse von Mercedes-Benz im Wert von 25 000 Euro mit nach Hause nehmen durfte. Dabei reitet er Calvados erst seit einigen Monaten. „Er hat mich heute gut aussehen lassen“, gab der Sieger des Großen Preises die Komplimente an sein Pferd weiter, ehe er mit einigen ausgesprochen flotten Runden im Parcours bewies, dass er ebenso schnell autofahren wie reiten kann.
Versprechen für die Zukunft Sein Beifahrer, der Vorstand von Hauptsponsor S&G Automobil AG, Wolfgang Ritz, dürfte froh gewesen sein, als er das Auto nach zwei Ehrenrunden wieder verlassen konnte. Zuvor hatte Ritz bereits die Turnierveranstalter mit einer Prognose froh gemacht. „Ich bin mir sicher, dass die wirtschaftliche Lage nächstes Jahr besser ist, wenn wir wieder hier stehen“, so der Mann vom Autohaus. Hans Günter Winkler als sportlicher Leiter und Carl Fritz Bardusch als Finanzchef hatten in dieser Aussage die Botschaft entdeckt, dass der Hauptsponsor bei der Stange bleibt.
Die Zuschauer hatten am Sonntag bei kühlen Temperaturen, aber bei Sonnenschein, auch in den anderen Prüfungen guten Sport gesehen. Im Preis der Schmuckwelten sicherte sich Tim Hoster, der bereits am Donnerstag das Eröffnungsspringen gewonnen hatte, die 5000 Euro Siegprämie, als er im Stechen Meredith Michaels-Beerbaum mit Shutterfly auf Rang zwei verwies. Für den jungen Reiter aus Korschenbroich, der mittlerweile bei Manfred Marschall im schwäbischen Riedlingen reitet, ist es bislang ein gutes Jahr. Für seinen neunjährigen Wallach Nino Des Buissonets war es der erste große Erfolg. „Er gewinnt gerne, ich gewinne gerne“, erklärt der Reiter lachend das Erfolgskonzept des Duos, bei dem vor allem der etwas eigenwillige Springstil des Pferdes ins Auge fällt. „Er hat eine unheimliche Einstellung und ein großes Springvermögen“, lobt der gebürtige Rheinländer sein Pferd.
Lob vom Ministerpräsidenten Lob gab es am Ende auch von allen Seiten für die Veranstalter des S&G Goldstadt Cups. „Es ist faszinierend, dass wir so ein Turnier in Pforzheim haben“, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus. Der Spannung des Großen Preises habe er sich auch als Nichtexperte in Sachen Reitsport kaum entziehen können, so der aus Pforzheim stammende und hier lebende Landesvater.
Quelle: PZ vom 21.06.2010
Impressionen vom S&G Goldstadt-Cup 2010
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