Unser Praktikum in Bella Italia!

Drei Wochen lang, von Mitte Oktober 2017 an, absolvierten unsere Offenburger Auszubildende Nico Schiele und Hannes Ziegler ein Auslandspraktikum, organisiert von der Handwerkskammer Freiburg und gefördert durch das EU-Programm Erasmus+. Ihr Zuhause auf Zeit: die norditalienische Stadt Vicenza. Hier ist Nicos Bericht:

Ein Praktikum in Italien! Nachdem mir mein Ausbildungskollege Hannes Ziegler von dieser Möglichkeit erzählt hatte, machte ich mich gleich daran, eine Bewerbung und alle nötigen Dokumente zusammenzustellen. Schon am 15. Oktober konnte es losgehen: Für Hannes, mich und drei weitere Auszubildende aus der Region Freiburg startete das Abenteuer Italien! Mit dem Zug ging es von Offenburg über Basel und Mailand nach Vicenza, etwa 60 km nordwestlich von Venedig gelegen. Dort wurden wir von unseren Gastfamilien begrüßt. Sie brachten uns in unsere Unterkünfte und hießen uns mit großer Herzlichkeit und einer Portion Pizza willkommen.

Den ersten unserer 21 Tage in Vicenza verbrachten wir bei Eurocultura, dem italienischen Partner der Handwerkskammer Freiburg und Organisator vor Ort. Dort wurden wir über verschiedene Themen informiert, wie öffentlicher Nahverkehr, Sehenswürdigkeiten und unsere Termine für die Vorstellungsgespräche in den Betrieben. Nachmittags hatten wir Zeit, um Vicenza näher kennenzulernen. In dieser Kultur- und Industriestadt ist modernes Handwerk ebenso anzutreffen wie Jahrhunderte altes Bauwerk; die Stadt zählt zu den reichsten in Italien. Schon am nächsten Tag stand das Bewerbungsgespräch in den von Eurocultura zugeteilten Betrieben auf dem Plan. Eine Betreuerin von Eurocultura begleitete mich zu meinem Betrieb und dolmetschte für mich. So erfuhr ich viel Wissenswertes zum Betrieb und zu meinen Arbeitszeiten und erhielt einen kurzen Einblick in meine Tätigkeit für die nächsten 2,5 Wochen.

Gleich tags darauf begann die Arbeit. Während Hannes Ziegler bei einer großen Mercedes-Benz Niederlassung eingesetzt wurde, handelte es sich bei meinem Betrieb um die Gabrielli Moto ltd., ein Unternehmen mit vier Standorten in der Region Veneto. In Vicenza befindet sich eine kleine Filiale mit lediglich drei Mitarbeitern, einem Mechaniker, einem Lageristen und einem Verkäufer. Hier werden Zweiräder der Marken Piaggio, Gilera, Moto Guzzi, Aprilia, Vespa sowie Beta verkauft und repariert. Die tägliche Arbeitszeit ist von 8.30 bis 19 Uhr. In der Werkstatt bekam ich mein eigenes Werkzeug sowie eine Hebebühne zugeteilt. Die Reparaturen an den Zweirädern führte ich meist selbstständig durch. Der Mechaniker zeigte mir, welches Fahrzeug ich auf meinen Arbeitsplatz schieben sollte, erklärte kurz in Englisch, was zu tun oder was das Problem war und ließ mich dann eigenständig arbeiten. Benötigte Teile konnte ich mir beim Lageristen besorgen und einbauen. Sobald ich mit meiner Arbeit fertig war, führte der Mechaniker eine Probefahrt durch; dann übergab er das Fahrzeug an den Kunden. Bei Problemen und immer dann, wenn ich z. B. bei einem komplizierten Fehler nicht weiter wusste, stand er mir mit Rat und Tat zur Seite. Auf Englisch versuchte er mir dann zu erklären, wie ich vorgehen sollte. Dank seiner Tipps und durch einfaches Ausprobieren habe ich in dieser Zeit viel über Zweiräder  gelernt. Mitgenommen habe ich aber auch allgemeingültige und wichtige Dinge, wie selbstständiges Arbeiten und Sauberkeit am Arbeitsplatz, die in Italien sehr großgeschrieben wird.

Fazit: Unser Auslandspraktikum hat sich absolut gelohnt. Wer die Möglichkeit zu so einem Praktikum hat, sollte sie unbedingt nutzen. Ich würde es jederzeit wieder tun.